In diesem Beitrag besprechen wir den Akku Poolroboter Scuba S1 von Aiper.
Aiper Scuba S1 Poolroboter: Wichtige Eigenschaften und Besonderheiten
Dieser kabellose Poolroboter erhält seine Energie aus einem großen Akku – 11.200 mAh sind definitiv mal ein Wort. Dieser fortschrittliche Roboter reinigt nicht nur den Boden und die Wände, sondern zusätzlich auch die Wasserlinie. Der Vorteil ist, dass in dieser Preisliga allerhand nützliche Funktionen Einzug halten. Ob intelligente Navigation (statt rein chaotisches Prinzip wie ältere und günstigere Modelle), Raupenlaufwerk oder App-Steuerung: Dieses Gerät bietet fürs Geld viel Gegenwert. Worin die Stärken und Schwächen liegen schauen wir uns in diesem Test genauer an.

Bei der Arbeit: Das regelmäßige Reinigen der Wasserlinie beugt ärgerlichem Einbrennen von Schmutz vor.
Die Saugleistung ist mit ca. 15,9m³ für einen Akkusauger in dieser Preisliga sehr hoch. Wir halten die Werksangabe für etwas „optimistisch“ und würden die Saugleistung in etwa 15% niedriger ansetzen, was immer noch ok geht. Nur deutlich teurere Geräte bieten hier merklich mehr. Gut gefällt uns der von oben leicht entnehmbare nahezu vollständig abgeschlossene Filterkorb. Bei unserem Testexemplar war zusätzlich ein weißer Feinfiltereinsatz dabei, der die Reinigungseffektivität stark erhöht.

Ab 2025 fand der Feinfilter vermehrt Einzug. Bei aktuellen Geräten ist der Feinfilter standardmäßig dabei. Setzt diesen bitte nur im Bodenmodus ein. Er ist nicht für den Betrieb im Wandmodus gedacht!
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Saugstärke | 15,9 m³ pro Stunde Herstellerangabe / Unsere Einschätzung: Eher 14m³/h (immer noch sehr gut) |
| Navigation | Wavepath 2.0 – Zur Einordnung: Merklich Besser als bloßes Gyroskop aber hingegen Ultraschallnavigation noch unterlegen |
| Akku | ca. 11.200 mAh – bis 180 Minuten Laufzeit |
| empfohlene Poolgröße | ca. 3-120m² / Unsere Empfehlung: Bis 30m² Grundfläche. Für größere Pools (Bsp 8x4m) bräuchte es eine Ultraschallnavigation oder etwas mehr Laufzeit. |
| Art der Bürste | Standardbürste aus PVC an der Vorderseite |
| Filter | ca. 3,5l Volumen + Ultrafeinfilter (3 Mykrometer) |
| reinigt | Boden, Wände und Wasserlinie |
| Modi | Eco, Wandmodus, Bodenmodus, Auto |
| Pool-Formen | rechteck, frei, Nierenform, rund |
| Hindernisse | bis 4 cm kein Problem |
| Besonderheiten | App-Steuerung, Hardware Updates per App möglich |
| Motoren | 2 Antriebsmotoren, 1 Filtrationsmotor |
| geeignet für | Swimmingpools mit Poolfolien-Innenwand (Bsp: Nahezu alle Stahlwandpools, Frame Pools, teils Holzpools), Betonpools, Fiberglas-, Vinyl und Fliesenpools |
Wegführung, Stromversorgung und Stromverbrauch
Die Bewegung geschieht nicht chaotisch, sondern das Gerät kann grob einschätzen, wo es steht und wo es zuvor war. Das funktioniert nicht so perfekt wie mit Ultraschallsystemen aber die Bewegungen und Routen sind wesentlich gezielter als wie bei den meisten Geräten älterer oder günstigerer Bauart. Unnötige mehrfache Abfahrten derselben Stellen werden so reduziert. Das Ergebnis ist so sehr ausgeglichen und die sonst typischen ungereinigten Stellen gibt es damit nicht – zumindest bei Rechteckpools.

Hier seht Ihr ein Werbebild von Aiper. Wir können bestätigen, dass je nach gewählter Navigationseinstellungen solch gezielte Bewegungen vorgenommen werden.
Das Aufladen braucht zwar doch einiges an Zeit, stört aber nicht. Wenn man die praktische Laufzeit von 150 bis 180 Minuten in Relation setzt, dann könnten man die Ladezeit sogar als eher kurz bezeichnen. Ca. 3 Stunden waren es bei uns, wenn der Akku ziemlich leer war.
Tuning mit Filterbällen notwendig?
Standardmäßig hat dieses Modell einen 180 Mykrometer-Filter vorliegen – das ist schon eher als grober Filter zu betrachten. Dank des 3 Mykrometer-Feinfilters ist das klassische Filterballtuning, das man mit vielen anderen Robotern durchführt, hier nicht notwendig. Der Feinfilter sollte regelmäßig intensiv ausgewaschen werden. Spätestens nach zwei Saisonen sollte dieser ersetzt werden.
Saugleistung
15,9m³ / h sind weit über dem Niveau von günstigen Einsteigergeräten und man merkt das. Auch wenn wir die Herstellerangabe nicht ganz glauben, so ist die Saugleistung definitiv für die meisten Situationen ausreichend. Vorteil: Der Aiper Scuba S1 gibt beim Kombimodus aus Boden und Wand nicht so schnell nach (aber er gibt natürlich irgendwann nach), was die Kletterfähigkeiten anbelangt, wenn sich im Filterkorb etwas Schmutz befindet. Noch besser: Da Motoren und Filtereinheit separat angetrieben werden, kommt es auch nicht dazu, dass dieser Poolroboter unnötig schnell wird und viel Schmutz aufwirbelt.

Der Aiper Scuba S1 Poolroboter klettert allgemein sehr gut. Natürlich kann auch er die Physik nicht überwinden. Ist der Filterkorb zu voll, dann kommt er nicht mehr ganz hoch. Er erreicht diesen Punkt aufgrund der starken Motorisierung allerdings später als schwächere Geräte. Sehr gut!
Test 1: Aiper S1 Poolroboter im Rechteckpool
Wir haben unseren Bestway 549x274x132 cm Rechteckpool stark verschmutzt. Der Aiper S1 hatte die Herausforderung, alles in einem Gang zu reinigen.

Sand, Filterglas, Laub, organischer Abrieb, usw. Von klein bis groß, von leicht bis „schwer“: Wir haben den Roboter vor eine ernste Herausforderung gestellt.

Es blieb zum Testende fast gar kein Schmutz mehr zurück. Auch die Ecken waren nahezu perfekt. Nicht perfekt, aber auch nicht weit weg davon.
Interludium: Handlichkeit
Natürlich ist dieses Gerät etwas schwerer als kabelgebundene Geräte. Das Mehrgewicht ist allerdings geschätzt bei kaum mehr als 1-1,5kg und geht somit in Ordnung. Der Komfort, kein Kabel zu benötigen überwiegt ganz klar.

Moderne Akkus sind inzwischen sehr kompakt. Das Mehrgewicht durch große Akkukapazität schlägt nicht mehr so stark ins sprichwörtliche Gewicht, wie noch vor wenigen Jahren.
Der Filterkorb kann von oben sehr leicht erreicht und herausgenommen werden.

Handlich: Der Filterkorb lässt sich ohne Mühen einsetzen und Herausnehmen. Das war vor allem früher bei vielen Poolrobotern nicht der Fall. Das Abspritzen mit einem Gartenschlauch hat der Grobfilter problemlos ausgehalten (bitte dennoch nicht auf Teufel komm raus aus nächster Nähe mit maximalen Druck abspritzen)
Sehr positiv: Im Gegensatz zu manch anderen Poolrobotern ist es uns bei mehreren Testläufen nicht passiert, dass beim Herausnehmen aus dem Poolwasser Schmutz oder Dreck in den Pool zurückfloss. Manche Poolroboter bedürfen beim Herausnehmen besonderer Vorsicht – dieser hingegen nicht. Das ist dann doch sehr nutzerfreundlich und aller Ehren wert.

Im Lieferumfang ist auch ein Haken dabei. Dieser passt problemlos auf 3 cm Teleskopstangen.
Test 2: Rundpool
Bisher hat sich der Aiper Scuba S1 Poolroboter wie ein Musterschüler gegeben. In diesem Kapitel zeigt er leider eindeutige Schwächen.

Vorneweg: Natürlich reinigt dieses Gerät auch Rundpools überwiegend ziemlich gut. Der Endzustand ist erheblich besser als der Anfangszustand.
Wir haben diesen Rundpool in verschiedenen Modi mit der aktuellsten Firmwareversion V2.0.1 bearbeitet.
Ob S-Pfad oder adaptiver Pfad ist unerheblich: Die Ränder sind hier eine Schwachstelle. Es kann sein, dass ein neues Firmware Update hier Abhilfe schaffen kann – wir werden Aiper hierzu raten eine Funktion einzufügen, wie es der Wybot A1 vormacht. Der konnte solche Ränder mit quasi Perfektion bearbeiten.

Wenn man genau hinsieht, dann merkt man, dass der Randbereich einfach nicht wirklich toll gereinigt wird. Wenn die Wand zu steil ansteigt, dann kommt der S1 – zumindest bei jetziger Firmware – nicht zurecht. Grund: Er müsste den Rand besser erkennen und nicht steigen, sondern maximal nahe an den Rand fahren. Aktuell tut er dies nicht.
Die App: Ziemlich gut, aber…
Wir empfehlen Euch, dass Ihr Euch die App fürs Smartphone besorgt. Denn damit habt Ihr Einfluss auf die Navigation. Ihr könnt beispielsweise eine S-Wegführung oder eine adaptive Wegführung einstellen. Insbesondere bei runden Pools haben wir hier deutliche Unterschiede in den Ergebnissen feststellen können. Der Aiper Scuba S1 Poolroboter bietet zusätzlich die Möglichkeit zeitversetzte Reinigungspläne durchzuführen, was sich ebenfalls nur per App einstellen lässt.
Die App ist übersichtlich und leicht verständlich. Dennoch gefällt sie uns nicht ganz so sehr, wie die App des Schwestermodells Gosvor Litevac G1.
Grund 1: Es ist ein Nutzerkonto Pflicht. Das Empfinden wir als völlig unnötig und Zeitverschwendung. Ist jetzt nicht schlimm, aber lieber wäre es uns ohne Kontopflicht.
Grund 2: Der S1 kann per Bluetooth Kontakt zum Smartphone aufnehmen, was genug ist, um Befehle zu geben. Dennoch muss man ihn dennoch zwangsweise mit dem Internet verbinden. Ist der Internetempfang am Pool nicht top, dann heißt es das Gerät näher zum Router zu schleppen. Da dieser Vorgang durchaus nicht nur einmal passiert (warum eigentlich!?), ist das schon ein kleiner Malus. Dieser Punkt ist etwas nervig, aber der Verbindungsabbruch geschieht nicht bei jeder Nutzung und man braucht bei eigestellten Parametern die App sowieso nicht jedes mal verwenden.
Fazit: Aiper Scuba S1 Poolroboter
Im Bereich unter 700 € ist dieses Gerät eine sehr gute Wahl – bevorzug bei rechteckigen Frame Pools oder anderen Pools mit geschwungenen Böden. Die Saugleistung ist sehr gut und die Navigation ist ebenfalls ziemlich gut. Dank der optimierten Navigation geschehen die Ergebnisse schneller als bei Robotern mit rein chaotischer Navigation. Erfreulich und besonders gut ist, dass der Antrieb für Filtration und Antrieb getrennt funktionieren – in der Praxis reduziert das ärgerliche Aufwirbelungen signifikant.
Im folgenden noch die Vor-und Nachteile des Aiper S1 Scuba Akku Poolroboters im Überblick:
-
- ca. 15,9m³ / h starke Saugleistung
- reinigt nicht nur den Poolboden, sondern auch Wände und Wasserlinie
- beim Entnehmen aus dem Pool fließt quasi kein Schmutz zurück – top!
- viel Gegenwert fürs Geld
- grob-und Feinfilter
- automatisierte Poolreinigung bringt eine deutliche Zeitersparnis
- Reinigung der Wasserlinie funktioniert bei Beachtung unserer Tipps ziemlich gut
- Die Handlichkeit ist spitze
- 4 Modi und Appsteuerung
- Dank bedseitgen Raupen können kleinere Hindernisse bis ca. 4cm sehr gut überwunden werden
- besonders effektiv bei geschwungenen Böden (Beispiel: Rechteck-Frame Pools
- Bei Pools mit harten Übergängen von Boden zu Wänden werden die Randbereiche nicht allzu gut gemacht (Beispiel: runde Frame Pools)
Tipp: In diesem Video testen wir das Schwestermodell Gosvor Litevac G1 (von Aiper hergestellt):
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Mehr Informationen| Antrieb | Akku |
| Arbeitsmodus | automatisch |
| Anschlüsse | 32 mm Standard, 38 mm Standard, 38 mm Gewinde |
