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Filterbälle – Schluss mit Unwahrheiten 😠 + Extrem Test 💪

In diesem Beitrag nehmen wir uns dem Thema Filterbälle genau an, räumen mit Unwahrheiten auf und berichten aus eigener Erfahrungen – Inklusive Test unter extremen Bedingungen!

Filterbälle

Filterbälle – wie hygienisch sind sie wirklich?

Wenn es um das Thema Filterbälle geht, werdet ihr viel zu lesen bekommen. Irgendwie kommt es uns so vor, als wäre das Internet voll von „Wahrheiten“, die selbstverständlich alle richtig sind. Wie überall im Internet ist es auch beim Thema Filterballe wichtig Legenden, Falschvorstellungen und Falschhandhabungen zu erkennen und auszusortieren. Wir wollen also zuerst versuchen, Mythen und Fakten voneinander zu trennen.

 

Fakt 1: Filterbälle filtern besser als Sand oder Filterglas

Sand und Filterglas

Links oben: feiner Sand; links unten: AFM Filterglas; rechts: grober Sand

Filterbälle können sehr kleinen Schmutz aus dem Wasser filtern. Die Filtergenauigkeit geht runter bis auf 1,5μm. Sand liegt ungefähr bei 40μm und manches Filterglas kommt auf 30μm. Das heißt, dass Filterbälle 20 bis 30-fach feiner filtern als Sand oder Filterglas.

In Kombination mit Flockungsmitteln können Sand und Filterglas etwas feiner filtern. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass das Wasser in der Sandfilteranlage nicht zu schnell durchfließen darf. Bei den meisten Sandfilteranlagen fließt das Wasser aber viel zu schnell und die geflockten Partikel landen wieder im Pool. Das heißt, dass Sand im Zusammenhang mit Flockungsmitteln nur unter idealen Bedingungen besser filtriert als Bälle.

Filterbälle sind also für Anfänger oftmals die bessere und sicherere Wahl, wenn es darum geht zuverlässig und fein zu filtern.

 

Fakt 2: Filterbälle und Flockungsmittel können nicht kombiniert werden – aber…!

Diese Aussage bezüglich Filterbällen ist absolut richtig. Die entstehenden Flocken würden die Filterbälle verstopfen und nach einigen Tagen würde die Filterleistung stark nachlassen oder gar ganz ausbleiben.

Aber: In Kombination mit Klarmachern können Filterbälle noch effektiver filtern. Klarmacher wirken ähnlich wie Flockungsmittel, verstopfen aber die Bälle nicht.

 

 

Zum Thema zu Flockungsmitteln und Klarmachern haben wir euch ein Video erstellt, das wir euch wärmstens empfehlen können

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Mythos I: Filterbälle sind Keimschleudern

Ein Funken Wahrheit aber ihr habt es zum großen Teil selbst in der Hand.

Filterbälle rückspülen Beitrag screenshotDie Theorie: Sand und Filterglas kann man rückspülen, während das bei Filterbälle nicht geht, weil man sonst Verstopfungen im Mehrwegeventil riskiert.  Beim Rückspülen entfernt man Unrat aus dem Sand, welcher mit vielen organischen Substanzen durchsetzt ist. Man spült quasi den Nährboden für Bakterien, Viren und Mikroorganismen aus dem Sand heraus.

Wie wir bereits wissen, funktioniert jedoch ein Rückspülen bei Filterbällen nicht. Daher ist es sehr wichtig das Poolwasser regelmäßig zu prüfen und entsprechend zu behandeln. Das Thema „Filterbälle rückspülen – Eine gute Idee?“ haben wir für euch bereits in einem ausführlichen Ratgeber behandelt. Diesen können wir euch an dieser Stelle empfehlen.

 

Wer Probleme mit Filterbällen hat, wird auch Schwierigkeiten bei Sand haben:

Wissen schützt vor Fehlern - also Achtung bei der DosierungWenn Kleinstlebewesen im Kessel überleben, dann tun sie es im Pool erst recht. Eine Behauptung, die es wert ist ausführlich erklärt zu werden: In den Pool gelangen Licht und vor allem UV-Strahlen. UV-Strahlen lösen Chlor auf und hemmen so die Desinfektion. Im Filterkessel gibt es das wiederum nicht – hier wirkt Chlor – bei korrekt eingestellten pH-Wert – so effizient wie nirgendwo anders im Pool.

Das heißt, dass im Filterkessel die Desinfektion noch am leichtesten funktioniert. Stimmen die Werte von Ph-Wert und Chlor nicht, dann macht es keinen Unterschied, ob ihr mit Filterbällen oder mit Sand filtern wollt, denn nur das Zusammenspiel dieser Komponenten wird zum Erfolg führen! Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, euch bei der Dosierung in jedem Fall an die Herstellerangaben zu halten.

 

Mythos II: Das Wasser wird aufgrund der Filterbälle grün

Dieses Vorurteil findet man in manchen Rezensionen im Internet. Tatsächlich beruht es auf realen Beobachtungen, weil man einen Sandfilter mit Filterbällen betreibt und das Wasser grünlich oder bräunlich wird! Tatsächlich sind jedoch nicht die Filterbälle daran schuld: Grünes Wasser entsteht entweder aufgrund von Algen oder von Metallausfällen (insbesondere bei Brunnenwasser). Letztendlich ist die Handhabung das Problem und nicht das Filtermedium.

 

In diesem ergänzenden Video gehen wir auf diverse Filterball-Mythen ein:

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Wir testen die Filterbälle für euch

Nun von der Theorie zur Praxis:  Wir testen die Filterbälle des Herstellers Steinbach, wobei es unserer Meinung nach keinen nennenswerten Unterschied zu anderen Herstellern gibt. Die Wahl hätte somit auf jeden anderen Hersteller von Filterbällen fallen können. Hier findet Ihr weitere Filterbälle:

 

Filterbälle vs. Sand – Leistung und Gewicht

Gegendruckanzeige der SandfilteranlageEs ist auffällig, dass der Gegendruck in Sandfilteranlagen geringer ist, wenn sie mit Filterbällen anstatt mit Sand befüllt ist. Infolgedessen sinkt der Stromverbrauch merklich und gerade in Zeiten von horrenden Energiekosten sollte dieser Faktor berücksichtigt werden. Ein absoluter Pluspunkt.

Manche Hersteller und Händler werben damit, dass das Gewicht der Filterbällen ein klarer Vorteil gegenüber Sand in der Sandfilteranlage wäre. Grundlegend erst einmal richtig. Wenn man jedodch einen Schritt weiter denkt, stellt man fest, dass ein mit Wasser befüllter Filterkessel inklusive Filterbälle ähnlich schwer ist, als wäre er mit Sand befüllt.

Filterbälle: Reinigungsleistung

Unser Extrem Test mit FilterbällenWie ihr auf dem Bild erkennen könnt, bekommt man durch die Nutzung von Filterbällen auch einen extrem verdreckten Pool absolut sauber, wobei wir mm Test keine Klarmacher benutzt haben und ehrlich gesagt, optisch hätte es hingegen aber kaum besser sein können.

Was im Video nicht so gut zu sehen ist: Das Wasser ist derart sauber, dass man aus verschiedenen Blickwinkeln die Oberfläche nicht mehr erkennen konnte. Die Filterbälle haben also dafür gesorgt, dass selbst die kleinsten Partikel aus dem Wasser gefiltert wurden. Wir können das Reinigungsergebnis in unserem Test durchaus als perfekt bezeichnen!

Ein kleiner Rest blieb – allerdings für uns auch klar verständlich warum: Für die Filterpumpe sind abgesunkene Partikel und wenige Oberflächenpartikel nicht erreichbar – diese haben wir im Test manuell entfernt. Das wäre beim Einsatz von bei Sand oder Filterglas 100% genau so gewesen.

Bodensauger im Einsatz

Filterbälle im Dauereinsatz

Für den Test haben wir die Filterbälle über einige Tage intensiv benutzt, aber in unserem Poollabor haben sie uns durchaus noch länger begleitet. Ebenfalls haben wir sie im privaten Pool genutzt, um noch mehr Erfahrungen zu sammeln. Hier die Resultate: Auch nach intensiver mehrmonatiger Nutzung in einem stark beheizten Becken mit dem 26676 Salzwassersystem war das Wasser stets sauber – obwohl wir zu Testzwecken auf das Ausspülen verzichtet haben!

auseinandergeschnittener Filterball

Im Inneren des Filterballs zeigt sich der verbleibende Schmutz.

Die Filterbälle waren hierbei natürlich stark verschmutzt und auch wenn man sie waschen kann: Tiefenrein geht es nicht. Auf dem Foto erkennt ihr, dass man beim Aufschneiden der Bälle feststellt, dass der Schmutz im Inneren nicht restlos entfernt wird. Wir empfehlen euch die Filterbälle nur eine Saison nutzen.

 

Wann sind Filterbälle eine sinnvolle Wahl?

Anfänger sollten darauf setzen! Die extrem hohe Filtergenauigkeit hilft dabei, das Wasser möglichst rein zu halten und organische Partikel in den Kessel zu bekommen – wo das Chlor seine desinfizierende Arbeit am besten verrichten kann. Insbesondere bei Sandfilteranlagen mit hoher Leistung und eher kleinen Kesseln sind Filterbälle auch bei Fortgeschrittenen eine sinnvolle Wahl, weil bei diesen Anlagen sonst einfach zu viele Kleinstpartikel durchrauschen würden.

 

Welches Setup mit Sand funktioniert, welches nicht

Anfänger sollten nur dann auf Sand oder Filterglas setzen, wenn sie hierfür gut geeignete Sandfilteranlagen nutzen. Geeignet wären beispielsweise diese Anlagen:

Wichtig: Kombiniert man obige Sandfilter mit feinem Sand und Flockungsmittel, dann können auch Anfänger hier nichts falsch machen. Wobei: Derartige Anlagen liefern selbstverständlich auch mit Filterbällen großartige Ergebnisse. Habt Ihr hingegen eine Sandfilteranlage mit 250 Watt und einen 10kg Kessel oder eine 550 Watt Pumpe mit einem 25kg Kessel, dann raten wir euch mit Nachdruck zu Filterbällen.

 

Für diese Beispiele keine Filterbälle nutzenFilterbälle können auch eine schlechte Idee sein

In diesem Abschnitt werden wir über zwei Szenarien schreiben, bei denen Filterbälle auch ein Problem werden können: Erstens: Bei Einbaubecken, in denen das Poolwasser nicht jährlich getauscht wird, werden sich Sand und Filterglas besser eignen, da dank der Rückspülungen regelmäßig Frischwasser hinzugefügt wird.

Im zweite Szenario wäre ein Setup ohne den Einsatz von Poolchemie denkbar. Will man möglichst chemiefrei arbeiten, dann helfen regelmäßige Rückspülungen sehr gut weiter. Auch wirkt AFM Filterglas selbst desinfizierend, was den Chemiebedarf ebenfalls senkt. Fortgeschrittene können über solch ein Setup nachdenken – wir werden beizeiten hierzu ein Video veröffentlichen.

 

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Filterbälle ideal für Anfänger geeignet sind. Wer genau weiß, was er tut, wird mit Sand und Filterglas besser fahren. Anfänger bekommen aufgrund der hohen Filtergenauigkeit und der Leistungssteigerung der Pumpe deutliche Vorteile, die jedoch Fortgeschrittene und Profis durch ihre Erfahrung ausgleichen können.