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Sand oder Filterbälle oder Filterglas? Was ist am besten für einen Sandfilter?

Oftmals fragt man sich: Soll es Sand oder Filterbälle oder dann doch Filterglas für den Sandfilter sein?

filterbälle oder sand oder filterglas

 

Sand oder Filterbälle oder Filterglas?

In Foren werden diese Fragen zumeist eher als Glaubensfragen behandelt. Eine sachliche Behandlung des Themas findet nur selten statt. Deswegen wollen wir Euch möglichst objektiv durchs Thema begleiten. Letzten Endes geht es darum die optimale Lösung für einen selbst zu finden. Und tatsächlich: Je nach Vorlieben, Kenntnisstand, Pool-Setup und Herangehensweise kann die richtige Wahl jeweils eine andere sein. Schauen wir uns die einzelnen Filtermedien doch mal an:

 

Sand – Klassiker bei der Filtrierung im Poolbereich

Für Sandfilteranlagen wird zumeist Quarzsand verwendet. Diesen gibt es in verschiedenen Körnungen und Qualitäten. Im Poolbereich herrschen vor allem die Körnungen 0,4-0,8mm und 0,7-1,25mm vor. Letztenendes empfehlen wir im Regelfall die kleineren Körnungen, weil diese entsprechend feiner filtern können.

verschiedene Sand Körnungen

Zwei Nahaufnahmen zeigen: Sand ist nicht gleich Sand. Schön zu erkennen: Die unterschiedliche Größe der Partikel.

Aber Vorsicht! Viele Sandfilteranlagen arbeiten wiederum nur mit Körnungen von 0,7-1,25mm. Kleinere Körnungen würden zu erheblichen Mengen im Pool landen und nicht im Filter bleiben. Also lest Euch die Bedienungsanleitung Eures Sandfilters durch, um heraus zu finden. welche Körnung möglich ist. Guter Sand ist rein, geschlemmt und feuergetrocknet und auch zur Aufbereitung für Trinkwasser freigegeben. Hier findet Ihr Sande, die diese hochwertigen Kriterien erfüllen:

Sand oder Filterbälle oder Filterglas? Das sind die Vor-und Nachteile von Sand

  • stark erprobt und bewährt
  • günstig in der Anschaffung
  • kann rückgespült werden – das erlaubt Schmutz dauerhaft aus dem Wasserkreislauf zu entfernen
  • sehr kleine Partikel werden nicht gefiltert
  • Flockung kleiner Partikel erfordert niedrige Durchlaufgeschwindigkeiten, die viele Sandfilteranlagen nicht aufweisen
  • in Privatsetups und selbst bei Profisystemen bildet sich mit der Zeit ein Biofilm

 

Filterbälle: Besser als ihr Ruf!

Filterbällen wird oftmals mit Skepsis und Vorurteilen begegnet. Und natürlich: Filterbälle haben wie jedes Filtermedium Vor-und Nachteile. Wir empfehlen allgemein zum Thema Filterbälle dieses Video, in dem wir insbesondere auf Vorurteile eingehen und diese in einem realen Kontext setzen:

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Insbesondere Anfängern sei bei der Frage „Filterbälle oder Sand“ angeraten, hier offen ans Thema heran zu gehen, denn Filterbälle können je nach Sand, den man zum Vergleich zieht, zwischen 12-25 mal feiner filtern! Zumeist haben Anfänger Sandfilteranlagen, bei denen die Kessel im Vergleich zur Pumpenleistung viel zu klein sind. Gerade in solchen Setups rauschen viele Partikel bei Nutzung von Sand mit der Zeit einfach durch den Kessel durch und landen im Pool.

 

Filterbälle kommen in solchen Konstellationen besser klar als Sand, da die viel feinere Struktur kleineren Partikeln viel mehr Widerstand bietet. Aber natürlich: Je kleiner die Partikel, desto wünschenswerter wäre auch bei Filterbällen, dass Kesselgröße und Pumpenleistung zusammenpassen. Ist dem dann auch so, so kann man bei Filterbällen noch zusätzlich Klarmacher einsetzen, mit denen man quasi alles aus dem Wasser filtern kann.

Filterbälle in extremer Nahaufnahme

Hier seht Ihr einen extrem stark vergrößerten Filterball: Die Struktur ist extrem fein.

 

Sand oder Filterbälle oder Filterglas? Das sind die Vor-und Nachteile von Filterbällen

 

  • extrem feine Filterung bis runter zu 2,5my
  • geringer Gegendruck -> wirken oftmals leistungssteigernd
  • eignen sich auch für Sandfilteranlagen, die zu viel Pumpenleistung in Relation zum Kessel haben (das sind die Meisten!)
  • Rückspülung im Regelfall nicht möglich und auch nur begrenzt sinnvoll
  • müssen manuell (besser: Waschmaschine) ausgewaschen werden
  • sollten jährlich gewechselt werden, um Biofilme zu vermeiden und weil man tief innen liegenden Schmutz nicht komplett auswaschen kann

 

Filterglas: Wenn schon, dann AFM!

AFM Filterglas

Schroff und leicht selbst desinfizierend: AFM Filterglas

Bei der Frage, ob Filterbälle oder Sand oder Filterglas zum Einsatz kommen, spielt das sogenannte AFM (= activated filtration medium) Filtermedium immer mehr eine Rolle. Da AFM Filterglas unserer Meinung nach das beste Filterglas ist, sprechen wir auch nur über jenes. Warum, weil dieses Filterglas aktiviert wurde und daher zusätzliche praxisrelevante Eigenschaften hinzubekommt. Während Quarzsand je Kilo eine Oberfläche von grob 2-6m² aufweist, so kommt AFM auf ungefähr 600-1000m²! Das bedeutet, dass Teile aufgrund der raueren Oberfläche sich mit höherer Wahrscheinlichkeit im Filtermedium verhaken und nicht wieder durch den Filterkessel in den Pool rauschen.

AFM Filterglas Verpackung

Wie bei Sand gibt es hier verschiedene Körnungen. Leider können nicth viele Sandfilter die feineren 0,4-0,8mm ab.

Auf der Oberfläche befinden sich Teilchen (Hydroxylgruppen), die negativ geladen sind und Schwermetalle, als auch einige organische Materialien anziehen. Überdies erzeugt AFM durch seine katalytische Oberfläche freie Radikale in Verbindung mit im Wasser gelösten Sauerstoff. Hier kommt also eine leichte chlorfreie desinfizierende Wirkung zum Tragen. AFM ist deswegen auch viel länger einsetzbar als Filtersand: 4-6 Saisonen sind drin. Das relativiert den höheren Anschaffungspreis dann doch sehr deutlich.

 

Sand oder Filterbälle oder Filterglas? Das sind die Vor-und Nachteile von AFM Filterglas

  • hohe Qualität: Auch zur Trinkwaseraufbereitung freigegeben
  • sehr raue und enorm große Oberflächenstruktur
  • leichte selbstdesinfizierende Wirkung – insbesondere gegen Biofilme
  • kann 4-6 Saisonen eingesetzt werden
  • filtert ca 30% feiner als velgleichbarer Sand
  • kann rückgespült werden – das erlaubt Schmutz dauerhaft aus dem Wasserkreislauf zu entfernen
  • sehr kleine Partikel werden nicht gefiltert
  • Flockung kleiner Partikel erfordert niedrige Durchlaufgeschwindigkeiten, die viele Sandfilter nicht aufweisen

 

Sand oder Filterbälle oder Filterglas? Was ist jetzt das richtige Filtermedium?

Schauen wir uns ein paar Bereiche nacheinander an – wir versuchen diese sachlich zu schildern und Ihr selbst solltet dann entscheiden, was Euch mehr zusagt.

 

a) Filtergenauigkeit: Filterbälle trumpfen hier komplett auf

filterbälle oder sand oder filterglas feinheitsvergleich

Achtung: Diese Grafik zeigt Zehnerpotenzen. Ein klein wenig mehr nach Links bedeutet also einen sehr großen Schritt in die richtige Richtung! Die Werte sind grobe Anhaltspunkte und schwanken je nach Setup, weil die Durchflussgeschwindigkeit im Filterkessel ein erheblicher Faktor ist. Hier sind also Filterfeinheiten unter sehr guten Bedingungen dargestellt.

 

Ihr könnt Sand, Filterglas oder auch Filterbälle zusätzlich „tunen“. Mittels Flockungsmitteln und Klarmachern könnt Ihr die Filterfeinheiten nochmal stark steigern. Aber hier ist geplantes Vorgehen vonnöten, wenn es etwas bringen soll. Schaut Euch am besten unser Video zum Thema an:

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b) Handhabung: Hier punkten Sand und AFM

Wer möglichst bequem regelmäßig Schmutz aus dem Poolkreislauf entfernen will, der wird rückspülen wollen. Das geht bei Filterbällen oftmals nicht, da diese das Innenleben des Sandfilters verstopfen können (nicht müssen). Manch findige Zeitgenossen packen die Filterbälle in einen Textilsack und können so dann doch rückspülen – aber: Filterbälle behalten den Schmutz viel fester als Sand oder Filterglas (ist ja auch gleichzeitig deren Vorteil!).

aufgeschnittene Filter Balls

Schneidet man einen gewaschenen Ball auseinander erkennt man: Innen ist noch Schmutz.

Folge: Die Rückspülung bei Filterbällen ist weit weniger effektiv. Am besten ist es, die Bälle ein oder zwei mal die Saison in die Waschmaschine zu geben. Manche machen das bei 40°C und etwas Waschmittel. Die meisten Hersteller erlauben aber nur 35°C – ohne Waschmittel.

 

Fazit: Bei Sand oder Filterglas kann man ganz einfach große Mengen an Unrat komplett aus dem Poolkreislauf entfernen. Das senkt den Chlorverbrauch und erlaubt die regelmäßige Zugabe von Frischwasser, was in manchen Setups hinsichtlich Cyanursäure oftmals ein weiterer Vorteil sein kann.

Ergänzend empfehlen wir unser Video zum Thema Rückspülen:

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c) Sand oder Filterbälle oder Filterglas: Kosten und Effizienz

Hinsichtlich Anschaffungskosten wird es etwas kompliziert: Zwar gibt es Filterbälle oftmals günstiger als Sand oder Filterglas, aber wir würden diese auch nur eine Saison – bestenfalls zwei Saisonen nutzen. Legt man die erwartbare Nutzungszeit im Verhältnis zum Anschaffungspreis, so würden Filterbälle im Durchschnittsfalle eigentlich pro Saison teurer kommen als Sand oder Filterglas. Doch: Filterbälle verursachen weniger Gegendruck und manche Sandfilter reagieren mit etwas mehr Durchflussleistung – andere mit weniger Stromverbrauch. Rechnet man diesen Fakt wieder mit ein, dann ist das Feld sehr nahe zusammen.

Filterbälle oder Sand ist bei Energieffizienz klar zu beantworten: Die Bälle verursachen weniger Gegendruck

Weniger Gegendruck bedeutet auch oftmals weniger Stromverbrauch

AFM Filterglas mutet zwar deutlich teurer als Sand oder Filterbälle an, aber dafür kann man AFM auch 4-6 Jahre nutzen! Auch hat es im Gegensatz zu Sand und Filterbällen leicht selbst desinfizierende Eigenschaften, was den Chlorverbrauch minimal reduziert und im Durchschnittsszenario kosten spart. Bei Filterbällen ist der durchschnittlich zu erwartende Chlorverbrauch hingegen am Höchsten.

 

Unser Kosten/Effizienz Ranking (nicht unser allgemeines Ranking!):

  • Platz 1: AFM Filterglas
  • Platz 2: Sand
  • Platz 3: Filterbälle

 

Sand oder Filterglas im Pool: Gibt es mit Filterbällen nicht!

Ob in Foren, Kommentaren oder Gesprächen: Viele Poolfreunde haben Sand oder Filterglas im Pool.

feiner Sand im Pool

Das kann Euch mit Filterbällen nicht passieren!.

Zumeist liegt das an Abrieb, welcher durch Transport und / oder unachtsame Handlung verursacht wurde. Dieser feine Abrieb rauscht also nach und nach in den Pool und muss dann wieder entfernt werden – mühselig und für Anfänger oftmals frustrierend.  Immerhin befasst sich einer unserer meist aufgerufenen Beiträge auch genau mit dem Thema „Sand im Pool“, weil es leider kein seltenes Thema ist. Das Gute: Sofern Abrieb die wirkliche Ursache ist, geht das Problem innerhalb von 3-14 Tage (abhängig von verschiedenen Faktoren) von selbst vorbei.

 

Fazit: Das beste Filtermedium gibt es nicht!

Poolpanda Daumen hoch

Das beste Filtermedium ist jenes, dass Eurem Setup und Euren Präferenzen am meisten entgegenkommt. Sauberstes Wasser ist mit allen diesen Filtermedien möglich!

Wie Ihr merkt: Es gibt viele Pros und Contras und man kann diese unterschiedlich stark gewichten. Natürlich kommt man dann je nach Geschmack und Gewichtung auf andere Ergebnisse. In Foren wird hier sehr viel theoretisiert – aber was hilft schon Theorie? Meist kommt in Foren das Totschlagargument: „In professionellen Anlagen verwendet man Sand. Also ist Sand das Beste!“ Doch genau dieses Argument widerlegt sich ungewollt selbst: Im Privatpool-Bereich sind die meisten Sandfilter alles andere als professionell und auch die Art der Bedienung ist bauartbedingt anders. Was hilft einem Sand oder Filterglas, wenn man viel zu schnelle Durchlaufgeschwindigkeiten hat, weil die Pumpenleistung viel zu hoch ist? Beispiel: Wir empfehlen im Ratgeber/Kategoriebeitrag bei Intex Sandfilteranlagen gar Tuning durch Leistungssenkung. Die meisten dieser Anlagen sind einfach zu stark. Wenn Ihr Sand oder Filterglas nutzen wollt, dann achtet darauf, dass Euere Sandfilteranlage von den Daten dieser Schaugrafik nicht allzu stark abweicht:

empfohlene Volumenströme bei Sand und Filterglas

Viele Sandfilter muss man durch leistungshungriges Zubehör oder gar Ventile deutlich downgraden, damit sie diese langsamen Volumenströme erreichen. Erst dann arbeiten Sand und Filterglas, aber auch eine Flockung optimal.