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Chlor Wert Beim Salzwasser-Pool nicht messbar! Was tun?

Sehr oft erreichen uns Anfragen wie: „Bei meinem Pool ist kein freies-Chlor messbar?“ Was muss ich tun? In diesem Beitrag geben wir hilfreiche Antworten.

 

Ist ein nicht feststellbarer fCl-Wert problematisch?

Zuerst eine kleine Hintergrundinfo: Salzwassersysteme produzieren freies Chlor in Form von Natriumhypochlorit. Dies ist anorganisch – das heißt, es wird nicht gepuffert, sondern verbraucht sich quasi sofort. Einerseits löst es gebundenes Chlor auf (das ist jenes Chlor, welches die Probleme für Allergiker verursacht!) und andererseits desinfiziert es.

Ein fCl Wert von 0 bedeutet, dass entweder noch Potential zum Desinfizieren da ist oder ein Potential dafür gegeben ist, gebundenes Chlor unschädlich zu machen. Kurz: Es gäbe noch wichtige Arbeit zu leisten!

Deswegen ist das Ziel (zumindest für Anfänger und Fortgeschrittene) sehr wohl, dass wir ein klein wenig Natriumhypochlor „übrig“ haben.

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Manche Poolnutzer kommen auch bei nicht feststellbaren fCL Wert wunderbar aus. Aber es ist oftmals eine knappe Sache…

Beachtet! Selbst, wenn der Pool allgemein glasklar wirkt: Während das Salzwassersystem inaktiv ist, können sich Mikroorganismen wie Viren, Bakterien und Pilze extrem heftig vermehren. Bei hohen Wassertemperaturen  kann das schnell fatal werden, denn unter ungünstigen Bedingungen schaffen manche dieser Mikroorganismen alle 15-20 Minuten eine Verdoppelung. Eskaliert diese Vermehrung, dann wird der Pool trüb und gefährlich für die Gesundheit. Tendenziell empfehlen wir – insbesondere Anfängern – ihr Salzwasser-Setup so auszurichten, dass die meiste Zeit ein fCl (=Natriumhypochlorit = freies Chlor) Wert sehr wohl messbar ist. Das bedeutet nämlich im Umkehrschluss, dass Reserven zur Verfügung stehen und Mikroorganismen es extrem schwer haben!

 

Wie sorgt man für einen messbaren fCl-Wert?

Hier gibt es drei Ansätze. Diese können einzeln verfolgt oder auch kombiniert werden. Es ist nicht zwingend notwendig, dass allen dreien nachgegangen werden muss.

a) Nutzt etwas Cyanursäure für Euer Salzwassersystem

Cyanursäure – als auch Chlorstabilisator bekannt, puffert Natriumhypochlorit. Das bedeutet, dass es nicht sofort komplett wirkt, sondern erst nach und nach wirkt. Deswegen empfehlen wir Cyanurwerte zwischen 10 bis maximal 25ppm. Höher darf der Wert keinesfalls gebracht werden, weil die Cyanursäure, sonst immer mehr freies Chlor puffert und anteilig nicht mehr herausgibt. Schon bei nur 30ppm werden schon 55% des freien Chlors zurückgehalten! Mehr Infos zu Cyanursäure und ein entsprechendes Produkt findet Ihr hier:

Solltet Ihr den Cyanurwert nicht messen können, so empfehlen sich diese „6-in1“ Teststreifen:

b) Vermeidet Verluste von Natriumhypochlorit

Natriumhypochlorit wird bei steilen Sonnenständen wie auch andere aktive Chlorverbindungen durch UV Strahlen gespalten. Das heißt, dass einiges von Eurem produzierten freien Chlor teilweise wirkungslos verpufft. Natürlich bedeutet dies auch, dass man auch dann um so weniger messen kann, je mehr Natriumhypochlorit aufgelöst wird. Die einfachste Methode diese Verluste zu vermeiden ist es, eine Abdeckplane oder sehr lichtundurchlässige Solarfolie, wie beispielsweise unsere hauseigenen Poolpanda Modelle, zu nutzen.

Steht sie Sonne steil, so ist der Weg durch die Atmosphäre kürzer und es gelangen vermehrt UV Strahlen in den Pool.

c) erhöht die Laufzeiten Eurer Salzwassersysteme

Allgemein finden sich in den Bedienungsanleitungen Laufzeittabellen. Diese geben einen Durchschnittswert wieder und sind nicht auf jedes Setup anwendbar. So kann der Hersteller nicht wissen, wie viele Personen, wie lange baden und wie viele Teilchen in den Pool gelangen. Auch ist eben die Intensität und Dauer von UV-Licht, welches in den Pool gelangt sehr wichtig. Zusätzlich gilt so oder so: Bei Wassertemperaturen spätestens ab 25°C aufwärts, sind die Laufzeiten von Salzwassersystemen zumeist anzupassen. Manchmal reichen 20% mehr Laufzeit aus, manchmal 50% und manchmal braucht es gar eine Verdoppelung! Wichtig: Stellt insbesondere sicher, dass tagsüber ein fCl Wert messbar ist. Gerade in den warmen und sonnenreichen Phasen vermehren sich Mikroorganismen am ehesten. Eben deswegen sollte sowohl die Pumpe, als auch das Salzwassersystem bevorzugt am Tag und nicht in der Nacht laufen.
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Kurzfristig kann man boosten, um tageweise die doppelte Menge an Natriumhypochlorit zu produzieren.

 

Tipp: Wenn Ihr Faktoren kennen lernen wollt, die die Laufzeit Eurer Pumpe beeinflussen, so schaut gerne dieses hilfreiche Video. Es hilft Euch bestmöglich die ideale Pumpenlaufzeit zu ermitteln:

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fCL Wert: Der Zielkorridor bei Salzwassersystemen

Die Empfehlungen gehen hier durchaus auseinander. Wir finden: Anfänger sollten einen Wert zwischen 0,6mg/l bis 0,9mg/l anvisieren. Fortgeschrittene kommen auch mit 0,2mg/l bis 0,6mg/l aus. Ist das Poolwasser sehr warm, so kann man die Werte noch ein mal um 10-20% erhöhen. Die absolut oberste Grenze sind 1,5mg/l, die nur bei Schockchlorungen überschritten werden darf. Und ja: Man darf bei Salzwasserpools definitiv schockchloren. Insbesondere bei Trübungen und bei Algenbefall ist eine Schockung oftmals das beste Mittel, um das Wasser wieder schnell glasklar zu bekommen.

 

Ebenfalls empfehlen wir unser allgemeines Ratgeber-Video zum Thema Salzwassersysteme:

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