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Wann muss das komplette Wasser getauscht werden

Wir haben für mehrere Fälle im Falle von Wasserproblemen Hilfestellung gegeben. Wenn Ihr diese Hilfestellungen korrekt befolgt, dann sollte sich das Problem geklärt haben. Selten ist aber der Wurm drin: Vielleicht ist es eine seltene Konstellation, eine Ablagerung durch hohe Staubbelastung aus der Luft
oder ein unbemerkter Faux pas, wodurch irgendeine Substanz in den Pool kam: Auf jeden Fall helfen klassische Maßnahmen wie sehr lange Filterlaufzeiten, Stoßchlorung, und Co nicht – das Ursprungsproblem bleibt bestehen.

Bevor Ihr nun das Wasser wechselt, schaut doch erst nach, ob das Problem nicht doch in der vorhanden Konstellation liegt:

a) Nutzt Ihr Brunnenwasser? Je nach Region kann es eine ungewöhnliche Metallzusammensetzung haben. Metallentferner können das Wasser weniger widerspenstig machen.

b) Ist Eure Filterpumpe stark genug? Habt Ihr eine Kartuschenfilteranlage, so sollte diese in spätestens vier Stunden das Wasser einmal durchwälzen. Eine Sandfilteranlage darf wegen des höheren Drucks gerne 5 Stunden brauchen – aber auf keinen Fall mehr.

Jetzt aber Achtung: Basis bildet die Nettoleistung. Schaut in unseren Tests nach, denn wir nennen stets auch die Nettoleistung der Anlagen. Ist Eure Pumpe nicht dabei? Dann fragt Euren Hersteller oder Händler. Manchmal ist die Nettoleistung derart viel niedriger, dass die Verhältnisse einfach nicht passen. 20 oder 30% sind schnell mal drin.

c) Benutzt Ihr zu viel Zubehör? Selbst wenn Eure Pumpe und der Pool in einem guten Verhältnis von beispielsweise 3,5 zu 1 sein sollten. Beispiel: Ihr nutzt einen Sandfilter mit 8,0m³/h brutto und 6,6m³ netto bei einem 23m³ Pool.
Eigentlich alles super. Aber jetzt kommt es: Die Pumpe steht über den Wasserlevel und muss das Wasser mittels Rückschlagventil ansaugen. Das kostet Leistung. Gleichzeitig habt Ihr auf dem Garagendach in 2,5 Metern Höhe Solarmodule aufgestellt, welche angewinkelt sind und deren höchste Stelle noch einmal 0,5 Meter höher liegt. Damit steigt die Höhendifferenz und der Gegendruck noch weiter. Die Solaranlage nimmt 8,4m² Fläche ein und sie wird per jeweils 12 Meter langen 32mm Schlauch an den Kreislauf angeschlossen. Sowohl die Schlauchlänge als der kleine Schlauchdurchmesser fressen deutlich an Leistung. In Wahrheit fließen keine 6,0m³/h, sondern nur 3,0m³.
Das heißt, wenn Ihr das Wasser wechselt, dann wird das selbe Problem einfach wieder entstehen, weil Eure Konstellation die Pumpe überfordert.

d) Läuft die Pumpe lange genug?
Wir empfehlen zumeist: Laufzeit = Temperatur durch zwei. Doch erstens lassen viele Leute ihre Pumpe dauerhaft weniger laufen und zweitens halten sich manche Leute zu starr an die Formel. Wenn in Eurer Umgebung die Staubbelastung sehr hoch ist, wenn es Pollenzeit ist, wenn viele Leute den Pool nutzen, wenn das Wasser über 25°C liegt: Dann müsst Ihr die Pumpe länger laufen lassen. Im Regelfall noch einmal 20-30% mehr. Möglicherweise aber auch ganztägig. Dafür müsst Ihr selbst ein Gefühl entwickeln

e) Achtet Ihr auf Eure Wasserwerte?
Wenn Ihr Euch nicht angewöhnt regelmäßig Eure Wasserwerte zu messen und entsprechend der Messwerte zu handeln, dann wird das Wasser wieder kippen. Besonders dann, wenn Ihr Anfänger seid, dann messt öfter, als vom Hersteller empfohlen.

Wenn Ihr alle Punkte aus den Sektionen a) bis e) beachtet, dann ist es Zeit: Lasst Euer Poolwasser ab. Bitte in den Kanal, da chloriertes oder gesalzenes Poolwasser nicht gut für Pflanzen ist. Wenn das Wasser abgelassen ist, dann überprüft die Poolwände: Sind diese sauber? Wenn nicht, dann nehmt einen Schwamm und einen Poolreiniger und säubert den Pool einmal gründlich durch. Mit einer Poolbürste könnt Ihr organische Objekte wie Algen sehr gut lockern.

Sobald der Pool sauber und leer ist, könnt Ihr neues Wasser einfüllen. Aus Praxisgründen raten wir vor allem Poolanfängern zu Frischwasser. Brunnenwasser ist an vielen Orten nur etwas für fortgeschrittene Nutzer.